Australien: Melbourne strebt Führungsrolle bei Erneuerbaren Energien an
Die Regierung des australischen Bundesstaates Victoria hat ein verpflichtendes Ziel zur Nutzung Erneuerbarer Energien eingeführt. Das sogenannte Victorian Renewable Energy Target (VRET) sieht eine Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien am Strommix von derzeit 4% auf 10% im Jahre 2016 vor. Das auf einem Zertifikatehandel basierende Gesetz ist mit dem Jahreswechsel in Kraft getreten.
Victoria nimmt so eine führende Rolle in der Erneuerbare Energien Landschaft Australiens ein und setzt sich deutlich von der Bundesregierung unter John Howard ab. Diese hatte zuletzt entgegen den Empfehlungen einer von ihr eingesetzen Kommission (Tambling-Report) eine Ausweitung des bundesweiten Zertifikatehandels (MRET) auf 20.000 GWh bis 2020 abgelehnt und dadurch einen Stillstand in der Entwicklung der Erneuerbare-Energien-Industrie des Landes hervorgerufen.
VRET verpflichtet die Stromhändler zu einer zusätzlichen Abnahme von 3.274 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Energiequellen im Jahre 2016. Die Installation einer zusätzlichen Produktionskapazität von über 1.000 MW wird hierfür nötig sein. Deshalb erhofft sich Victorias Erneuerbare Energien Branche von VRET einen kräftigen Wachstumsschub: In den nächsten 10 Jahren sollen in der Branche Investitionen im Rahmen von bis zu 2 Milliarden Australische Dollar (1,2 Milliarden Euro) getätigt werden. Zusätzliche 2200 Jobs sollen entstehen. Dabei wird VRET den durchschnittlichen Haushalt in Victoria vorraussichtlich mit weniger als einem australischen Dollar (ca. 0,60 Euro) pro Monat belasten. Es wird erwartet das durch VRET jährlich bis zu 2,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden können.
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