Türkei: Novellierung der Einspeisetarife für erneuerbare Stromerzeugung
Erneuerbare Energien spielten in der Türkei bisher eher eine untergeordnete Rolle, abgesehen von der Wasserkraft. Allerdings verfolgt die türkische Regierung gegenwärtig das Ziel den heimischen Energiemix zu diversifizieren. Dadurch werden auch die erneuerbaren Energien nach und nach an Bedeutung gewinnen. Regierungsplänen zur Folge sollen diese einen Anteil von 30 Prozent am Energiebedarf in 2023 haben. Hierbei sollen vor allem die Windenergie und die Geothermie den Hauptanteil ausmachen.
Seit 2004 existierte bereits ein Erneuerbare-Energien-Gesetz in der Türkei, das bspw. auch die Förderung der Photovoltaik beinhaltete. Aufgrund der niedrigen Einspeisetarife für sämtliche Erneuerbare-Energie-Technologien (in Höhe von 5,5 Eurocent pro Kilowattstunde), wurden in 2007 lediglich Windkraftkapazitäten von insgesamt 10 Gigawatt für Investoren ausgeschrieben, die mittlerweile sukzessive aufgebaut werden. Trotz des enormen Solarpotenzials blieben allerdings aufgrund der mangelnden Förderbedingungen Investitionen in Photovoltaik-Projekte oder in eine aufzubauende PV-Industrie bislang aus.
Seit 2009 lag ein Gesetzesentwurf zur Änderung der Förderung erneuerbarer Stromerzeugung in der Türkei vor, der bei den Tarifen die einheimische Wertschöpfung berücksichtigt.
Kurz vor dem Jahreswechsel 2010/2011 beschloss nun das türkische Parlament in einer noch einmal geänderten Fassung ein Erneuerbare-Energien-Gesetz, das den Basistarif für PV-Installationen auf ca. 13,3 USDCent pro Kilowattstunde anhebt. Darüberhinaus werden PV-Anwendungen, bei denen im Land gefertigte Komponenten zum Einsatz kommen, mit einem zusätzlichen Bonus von 0,4 bis 2,4 USDCent/kWh vergütet. Außerdem garantiert der Staat die Abnahme des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien.
Förderberechtigt sind nur lizenzierte Energieerzeuger, was bedeutet, dass jeder EE-Anlagenbetreiber eine Betriebslizenz vorzuweisen hat. Für gewerbliche Versorger sehen Experten hierin kein Problem, allerdings wird befürchtet, dass diese bürokratische Hürde private Investitionen hemmt. Zudem orientieren sich die kürzlich verabschiedeten Fördertarife nunmehr am US-Dollar.
Weitere Informationen wie bspw. zum Erhalt einer Betriebslizenz für den türkischen Strommarkt sowie zu Genehmigungsverfahren von EE-Projekten finden sich im kürzlich erschienen
Exporthandbuch Erneuerbare Energien Türkei 2010/11.
Weitere Informationen und Angebote der Exportinitiative Erneuerbare Energien zu:
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