Große Ausbaupläne für die Wasserkraft in Äthiopien
Äthiopien litt in den vergangenen fünf Jahren verstärkt an Stromausfällen und versucht seit fast fünf Monaten mit einer rationierten Stromversorgung Herr der zugespitzten Lage zu werden.
Die Situation führte bereits zur Schließung von Fabriken im Land, einem Rückgang der Exporte und zur Abwertung des äthiopischen Birr - der Landeswährung.
Als Teil der Strategie, die Versorgungssituation im Land zu verbessern, wird beabsichtigt, über einen Zeitraum von 25 Jahren über zwölf Mrd. US-Dollar in Kraftwerksprojekte zu investieren, um die benötigten Stromproduktionskapazitäten zu erweitern. Äthiopien will rund 15 GW an Erzeugungskapazitäten innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren aufbauen. Als einer von mehreren am Nil gelegenen afrikanischen Staaten übt Äthiopien mit der Forcierung der Pläne große Staudämme am Nil zu bauen verstärkt Druck auf Ägypten aus, die Wassermengen des Nils - dem weltweit längsten Fluss - gerechter zu verteilen.
Trotz der gegenwärtigen Versorgungssituation hatte Äthiopiens Regierung bereits in den letzten Jahren ein anspruchsvolles Programm zur Energieversorgung in Angriff genommen. Entlang des Omo-Flusses im Süd-Westen des Landes ist eine Kaskade von vier Staudämmen (Gilgel Gibe I-IV) zur Stromgewinnung geplant. Äthiopien will damit nicht nur die eigene Stromversorgung absichern, sondern wichtigster Stromexporteur in der Region werden. Potenzielle Kunden sind u.a. Kenia, der Sudan und Djibouti aber auch Länder wie Ägypten, Eritrea, Ruanda, Uganda und Tansania.
Gilgel Gibe I und Gilgel Gibe II sind bereits in Betrieb, während Gibe III sich seit 2006 im Bau befindet bzw. die Fertigstellung für 2012 anvisiert ist. Ein weiterer Staudamm, Gibe IV, ist geplant. Allein Gibe III ist ein Projekt der Superlative. Mit 240 m Höhe wird es der höchste Staudamm Afrikas sein.
Der Stausee wird mit einer Länge von 151 km und einer Wasseroberfläche von 211 km² ein Fassungsvermögen von 11,75 Mrd. m³ haben. Die entstehenden Wasserkraftwerkskapazitäten werden 1.870 Megawatt betragen. Allerdings sind auch die entstehenden Kosten für Äthiopien enorm: 1,55 Mrd. Euro, die zu 90 Prozent fremdfinanziert sind.
Äthiopien hofft, dass der Stromexport in die Nachbarländer nach der Fertigstellung von Gibe III etwa 300 Mio. Euro in die Landeskassen spült. Unterstützt wird die staatseigene EEPCO bei diesem Vorhaben unter anderem von der Afrikanischen Entwicklungsbank, der Europäischen Investitionsbank, dem East African Power Pool (EAPP), der italienischen und der kenianischen Regierung.
Weitere Informationen:
www.deutsch-aethiopischer-verein.de
http://addisportal.com/comment/?p=3037
Weitere Informationen und Angebote der Exportinitiative Erneuerbare Energien zu:
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