Israelischer PV-Markt gewinnt an Bedeutung
Israels Plänen zufolge, soll in den nächsten Jahren der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung deutlich erhöht werden. Die Ausgangsbedingungen, vor allem für die Nutzung der Solarenergie sind durch die hohe Sonneneinstrahlung sehr gut. Mit der Schaffung von Anreizsystemen, wie Einspeisevergütungen und dem Bau von aufsehenerregenden solaren Großprojekten, will Israel den Sprung in das Zeitalter der erneuerbaren Energien antreten.
Israel verfügt über einen sehr beschränkten Zugang zu fossilen Energieträgern. So betrug die eigenständige Deckung des Primärenergiebedarfs im Jahr 2008 lediglich 14,9 Prozent. Damit ist Israel derzeit stark auf den Import von Erdöl und Kohle angewiesen. Bislang spielen die erneuerbaren Energien noch eine untergeordnete Rolle bei der Energieversorgung. Jedoch könnte sich dies bald ändern. Um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Energieversorgung des Landes adäquat zu begegnen, hat das israelische Infrastrukturministerium(MNI) einen Energieplan für die nächsten Jahre erstellt. Neben der Erhöhung der Energieeffizienz wird eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien an der Primärenergieversorgung von etwa 3,5 Prozent auf 15-20 Prozent bis 2020 angestrebt.
Hierfür wurden bereits im Jahr 2008 Einspeisevergütungen für solar erzeugten Strom eingeführt .Die Vergütung wurde auf 20 Jahre angelegt. Seitdem werden Kleinanlagen bis zu 15 kW im privaten Bereich und PV-Anlagen bis 50 kW im kommerziellen Bereich gefördert. Seit Februar 2009 werden auch mittelgroße Anlagen bis 5 MW gefördert.
Des Weiteren wird der Ausbau der erneuerbaren Energien durch Ausschreibungen von PV-Anlagen und solarthermischen Großanlagen gefördert. Im Rahmen des Ashalim Solar Power Project schrieb das MNI im März 2008 das erste solare Großprojekt aus. Insgesamt sollen zwei thermosolare Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 250 MW entstehen. Derzeit läuft die zweite Ausschreibungsrunde, die endgültige Entscheidung soll im März 2011 fallen.
Ein dritter Förderschwerpunkt für Solarenergie ist das sogenannte Power Purchase Agreement (PPA) zwischen der Regierung und einem Unternehmen. Das israelische Unternehmen Kettura Sun, eine Tochtergesellschaft der Arava Solar Power Company und des Kibbutz Ketura, plant eine 4,9 MW Solaranlage mit einer Vergütung von 41 US-Cents pro kWh über einen Zeitraum von 20 Jahren. Laut aktuellen Angaben des Vorstandsmitgliedes der Arava Power, Jon Cohen, soll die Anlage ab Mai 2011 in Betrieb gehen. 2009 ist auch das deutsche Unternehmen Siemens mit einer Beteiligung von 40 Prozent in die Avara Power Company eingestiegen.
Für den zukünftigen Ausbau des Solarmarktes bedarf es weiterer Investitionen. Hier gibt es demzufolge auch für deutsche Unternehmen und Investoren einen vielversprechenden Markt.
Weitere Informationen:
Ministry of National Infrastructures (MNI),
Ausschreibungen MNI,
Siemens,
Arava Power Company
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