Brasilien: Regierung verlängert Zeitraum für die Inbetriebnahme von Windfarmen unter PROINFA
Die brasilianische Regierung hat eine Ausnahmeregelung für Windkraftprojekte getroffen, die für die Förderung durch das mittlerweile offiziell ausgelaufene PROINFA-Programm gefallen sind. Laut Förderbedingungen hätten die insgesamt 14 Windprojekte bis Ende 2006 fertig gestellt werden müssen. Die Betreiber haben nun die Möglichkeit, diese Projekte bis Ende Dezember dieses Jahres an das Netz zu bringen. Diese insgesamt dritte Verlängerung wurde noch kurz vor der Amtsübergabe des Präsidenten Lula da Silva offiziell in Kraft gesetzt. Windparks, die zu diesem neuen Zeitpunkt nicht fertig gestellt worden sind, müssen mit einer Prüfung durch die brasilianische Regulierungsbehörde ANEEL sowie mit empfindlichen Vertragsstrafen rechnen.
Das in 2006 in Kraft gesetzte PROINFA-Programm hat durch die Zahlung einer Einspeisevergütung offiziellen Angaben zur Folge bis Ende 2006 insgesamt rund 3,3 GW an zusätzlichen Kapazitäten aus Wind- und Bioenergieanlagen sowie aus Kleinwasserkraftprojekten an das Netz gebracht.
Seit 2009 dominiert die Versteigerung von Stromerzeugungskontingenten als neue Form der Förderung in Brasilien. In einem öffentlichen Versteigerungsprozess bieten interessierte Unternehmen einen fixen Preis pro MWh. Berücksichtigte Unternehmen erhalten ihren gebotenen Preis über einen Zeitraum von 15 Jahren. Im Februar 2009 rief die brasilianische Regierung erstmals zu einer Teilnahme im Windenergiebereich auf. Im August 2010 fand die zweite Auktion für Windenergie statt. Der durchschnittliche Angebotspreis lag bei BRL 134 / MWh (ca. 60 Euro / MWh) (vgl.
Meldung vom 31.08.2010). Auch für Insellösungen auf Biomassebasis fand im vergangenen Jahr bereits eine Versteigerung statt.
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