Chiles Regierung forciert Ausbau der Erneuerbaren Energien
Chile steht vor einer energiepolitischen Herausforderung. Zum Einen verhindert eine anhaltende Dürre die Auslastung vorhandener Stromerzeugungskapazitäten im Bereich der Wasserkraft, zum Anderen bereiten den Chilenen hohe Erdgaspreise und unzuverlässige Lieferungen aus Argentinien Kopfzerbrechen. Gemäß einer Untersuchung der Comisión Nacional de Energía importierte Chile 2006 den Großteil der Primärenergieträger Erdöl, Erdgas sowie Kohle. Die Versorgungsengpässe und stark erhöhten Energiepreise führten in Chile in einigen Fällen bereits zum Produktionsstopp.
Angesichts der derzeitigen Versorgungslage fordert Senatspräsident Alfonso Zaldívar eine größtmögliche Diversifizierung der Energieversorgung. Dies solle verhindern, dass Produktionsausfälle die allgemeine Versorgungslage verschlechtern. Zaldívar zufolge nimmt der Stromverbrauch um jährlich 5 bis 6% zu und wird sich somit in den kommenden zehn Jahren verdoppeln. Infolgedessen braucht Chile bis 2018 allein im zentralen Verbundnetz (Sistema Interconectado Central - SIC) zusätzliche Erzeugungskapazitäten von rund 8.000 MW. Gegenwärtig sind rund 10.000 MW installiert. Das SIC umfasst rund die Hälfte des Landes von der II. Region im Norden bis zur Insel Chiloé und versorgt circa 95% der chilenischen Bevölkerung mit Strom. Die Ankündigung der Regierung, die Stromversorgung im Bedarfsfall zu rationieren, hat viele Unternehmen zum Kauf von Notstromaggregaten bewogen, um sich gegen mögliche Unterbrechungen in der Stromversorgung abzusichern. Hoch im Kurs stehen derzeit auch unterbrechungsfreie Stromversorgungen als Dienstleistungen. Gerade kleine und mittelgroße Unternehmen können sich mitten im chilenischen Wirtschaftsboom den Stillstand ihrer Maschinen und Produktionslinien nicht leisten.
Kürzlich verabschiedetes Gesetz legt verbindliche Quote für Erneuerbare Energien fest
Angesichts der aktuellen Situation gewinnen die sogenannten "nicht-konventionelle Erneuerbare Energieträger" ("energías renovables no convencionales" - die große Wasserkraft zählt nicht zu dieser Kategorie) zunehmend an Bedeutung. Sie sollen die Nachfrage nach Strom teilweise befriedigen. So wurde im März 2008 ein Gesetz verabschiedet, das die Energieversorger dazu verpflichtet, bis 2014 mindestens 5% ihres Stromangebots durch die Nutzung von Biomasse, Geothermie, Solar-, Wind- oder Wellenenergie zu erzeugen. Bis 2024 soll sich dieser Anteil auf 10% erhöhen.
Weitere Informationen:
www.bfai.de/ext/Export-Einzelsicht/DE/Content/__SharedDocs/Links-Einzeldokumente-Datenbanken/fachdokument,templateId=renderPrint/MKT200804218002.pdf
Studie informiert über Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Chile
Die Studie der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer (CAMCHAL) zu Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz beschreibt den chilenischen Energiesektor (Stand Januar 2007) und kann über die Internetseiten der Exportinitiative bezogen werden.
Weitere Informationen:
Zur Studie "Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Chile: Gegenwärtiger Einsatz, Potentiale und Fördermöglichkeiten"
Schnelleinstieg
Technologiefilter
Die Filterfunktion ermöglicht länder- und technologie- spezifische Abfragen zu kombinieren.
Vor Kurzem erschienen
Terminkalender
Alle Veranstaltungen ausgewählter Branchentreffen im Überblick











