Inter-Amerikanischen Entwicklungsbank: Klimaschutzprogramm SECCI für Lateinamerika und die Karibik
Die Inter-Amerikanische Entwicklungsbank (IDB) beschloss im März 2007 die Sustainable Energy and Climate Change Initiative (SECCI). Dieses Programm ist mittlerweile in der Durchführungsphase. Es soll den Staaten Lateinamerikas und der karibischen Region konkrete Hilfestellungen für Probleme bieten, die in Folge der globalen Klimaveränderung entstehen.
Im Einzelnen werden dabei Maßnahmen in folgenden Projektbereichen unterstützt: Erneuerbare Energien und Energieeinsparung, Entwicklung von Biokraftstoffen, Verbesserung des Zugangs zu Carbon Finance sowie Klimaschutz und Anpassungen im Hinblick auf den Klimawandel.
Um das Programm umzusetzen hat die Regionalbank den „SECCI-IDB Fund“ in Höhe von 20 Mio. USD eingerichtet sowie den „SECCI Multi-donor Fund“. In den letztgenannten Fonds hat Großbritannien bereits 2,8 Mio. USD eingezahlt. Verhandlungen mit mehreren anderen Gebern sind im Gange.
Die beiden Fonds können hauptsächlich für folgende Zwecke beantragt werden: Consulting-Dienstleistungen, Erwerb von technischen Geräte zur Durchführung von Studien sowie für sonstige projektvorbereitende Aktivitäten in den vier genannten Förderbereichen.
Die Mittel aus den SECCI-Fonds sind projektbezogen und für Ministerien und staatliche Institutionen im Bereich Klimaschutz, Planungsbehörden, öffentliche und private Unternehmen, Regierungen unterhalb der zentralstaatlichen Ebene (Regionen, Provinzen, Staaten oder Kommunen), private Projektentwickler und Forschungsinstitute vorgesehen.
Projekte können nur partiell gefördert werden, wobei der Zuschuss im Einzelfall festgelegt wird, jedoch nicht höher als maximal 1 Mio. USD sein darf. Die bezuschussten Vorhaben müssen nach Abschluss der Maßnahmen evaluiert werden.
Die IDB hat auf ihrer Website Interessenten ausdrücklich aufgefordert, SECCI-Mittel zu beantragen (
www.iadb.org/SECCI). Zahlreiche Vorbereitungen für Maßnahmen in einzelnen Ländern laufen. Dies betrifft insbesondere die Identifizierung von Projekten und Programmen, die TZ-Mittel erhalten können.
Aktivitäten, die beispielsweise in Mexiko durchgeführt werden, sind unter anderem: Unterstützung der „Mexico Climate Change Strategy“, das „Mexico City Bordo Poniente landfill gas capture and electricity generation project“ (einschließlich Durchführbarkeitsstudie für ein Abwasser-Recycling- und Energieprojekt, PPP) und Studie zum Potenzial von Carbon Finance bei der Abwasserbehandlung (Valley of Mexico).
Im Sektor Erneuerbare Energien unterstützt SECCI Maßnahmen zur ländlichen Elektrifizierung in Honduras, die Vorbereitung von Windkraft-Landkarten für Costa Rica sowie Beratungsleistungen für Biokraftstoffe (Aufbau des Biofuels Office beim Ministerium für Wirtschaft und Energie) in El Salvador.
Weitere Mittel in Aussicht gestellt
Lateinamerika wird von der IDB künftig noch mehr Hilfe für Maßnahmen auch im Rahmen des Kernfinanzierungsgeschäftes zum Klimaschutz erhalten. So hat die Entwicklungsbank auf ihrer Jahrestagung im Frühjahr 2008 in Miami ihre Rolle bei der Förderung im Kampf um die Reduktion von Treibhausgasen auf dem lateinamerikanischen Kontinent unterstrichen. Sie finanziert unter anderem den Bau von Wasserkraftwerken in Kolumbien und Guatemala sowie ein Biogas-Programm in Brasilien.
Die US-Presse berichtete, dass auf der Basis des Kyoto Protokolls zur Reduzierung von Treibhausgasen mit dem Clean Development Mechanism laut Angaben von Experten aus der Energiewirtschaft für den lateinamerikanischen Kontinent insgesamt rund 3.000 Projekte vorgeschlagen wurden. Mit diesen Maßnahmen würden dem Kontinent 2008 allein über carbon finance circa 260 Mio. USD zusätzlich zufließen. Diese Summe könnte 2009 auf ca. 500 Mio. USD ansteigen.
Weitere Informationen:
www.bfai.de/DE/Content/__SharedDocs/Links-Einzeldokumente-Datenbanken/fachdokument.html?fIdent=MKT200811038010
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