Uruguay setzt verstärkt auf regenerative Energien
Das MERCOSUR-Mitglied Uruguay verfolgt seit einigen Jahren eine konstante Ausbaustrategie für erneuerbaren Energien. Mit 4,2 Mtoe zählt der Energiemarkt zu den kleinsten Lateinamerikas und ist in einem sehr hohen Maß von Energieimporten abhängig. Die Regierung verfolgt das Ziel, bis 2015 insgesamt 50 Prozent des Energieverbauchs auf Basis regenerativer Energien zu erzeugen. Dieses Ziel wurde erst kürzlich vom Energieminister, Roberto Kreimermann, öffentlich verkündet.
Bisher ist vor allem der Windsektor des Landes in Bewegung geraten. Eine erste Versteigerung von Stromerzeugungskapazitäten für Projekte mit einer Gesamtkapazität von 150 MW wurde in 2010 durchgeführt, noch in diesem Jahr sollen weitere 150 MW ausgeschrieben werden. Bis 2015 sollen insgesamt 500 MW an Windenergie am Netz sein (vgl.
Meldung vom 12.02.2011).
Im Bereich der Biomasse rechnen Beobachter ebenfalls mit einer Marktbelebung. Neben Abfällen aus der Forstwirtschaft bietet insbesondere der Landwirtschaftsektor (Reishülsen und der Zuckerrohranbau) ein entsprechendes Marktpotenzial. Die Regierung verfolgt das Ziel, insgesamt 30 Prozent der landwirtschaftlichen Abfälle energetisch zu nutzen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Regierung in Montevideo Ende Dezember 2010 eine Einspeisevergütung erlassen, die die Integration von Biomasseanlagen mit einer Gesamtkapazität von insgesamt 200 MW ermöglicht. Abnahmeverträge mit Tarifen, die über dem üblichen Strompreis liegen, können für einen Zeitraum von 20 Jahren mit dem staatlichen Energieversorger UTE geschlossen werden. Die Anlagen dürfen nicht größer als 20 MW sein und müssen eine Local-Content-Regelung (lokale Wertschöpfung) von 30 Prozent erfüllen.
Die Nutzung der Solarenergie steht in Uruguay noch am Anfang. Im Bereich der Solarthermie hat die Regierung neben der verbindlichen Integration von solarthermischen Anlagen (No. 18.585) in Neubauten (wie Hotels, Krankenhäuser etc.) auch steuerliche Anreize gesetzt (vgl.
Meldung vom 14.09.2010). Im PV-Bereich verfügt das Land ebenfalls über ein bisher kaum genutztes Marktpotenzial. So ist erst vor kurzem die erste netzgekoppelte PV-Anlage des Konzerns Bayer Uruguay ans Netz gegangen.
Seit Mitte 2010 ist es aufgrund gesetzlicher Änderungen möglich, in das Netz des staatlichen Energieversorgers einzuspeisen. Betreiber von kleinen EE-Anlagen können den produzierten Strom an UTE veräußern.
Weitere Informationen:
Förderung der Solarthermie:
www.eficienciaenergetica.gub.uy/novedades.asp?id=157
Informationen zur Netzeinspeisung (Guia para Microgeneración):
http://www.miem.gub.uy/gxpfiles/miem/content/video/source0000000062/VID0000050000000941.pdf
Einweihung der PV-Anlage von Bayer:
http://www.bayer.com.uy/noticias/noticias_ver.php?id=804
Weitere Informationen und Angebote der Exportinitiative Erneuerbare Energien zu:
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