Zielmarkt Brasilien
Brasilien gehört unter den lateinamerikanischen Staaten zu den Vorreitern im Bereich Erneuerbarer Energien und Klimaschutz.
Brasilianischer Klimaplan verabschiedet
Der kürzlich verabschiedete brasilianische Klimaplan markiert einen Richtungswechsel in der Klimapoli-tik des südamerikanischen Landes. Erstmals legt ein Schwellenland nationale quantitative Emissionsmin-derungsziele vor, wenn auch zunächst freiwillige. Das Konzept Brasiliens setzt vor allem bei den Emissio-nen durch Entwaldung an. Sie sollen bis 2017 schrittweise um 72 Prozent gesenkt werden. Ab 2015 soll durch massive Aufforstungen ein vollständiger Ausgleich der Entwaldung erreicht werden. Flankiert wird dies durch Maßnahmen im Energiebereich, die auf eine Steigerung der Energieeffizienz, der verstärkten Nutzung Erneuerbarer Energien und den Einsatz von Biokraftstoffen abzielen.
Deutschland unterstützt Brasilien bei der Umsetzung seines Klimaplans. „Mit der Internationalen Klima-schutzinitiative haben wir schon dieses Jahr begonnen, zahlreiche Aktivitäten in Brasilien finanziell zu fördern. Dabei geht es beispielsweise um den Schutz der atlantischen Regenwälder, den Austausch von hoch klimagefährlichen Kühlmitteln aus Kühlschränken und den Ausbau der Sonnenenergienutzung“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.
Weitere Informationen:
www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/42732.php
Brasiliens Ethanolsektor auf Konsolidierungskurs
Im brasilianischen Ethanolsektor ist die Weltfinanzkrise in eine Phase der Expansion geplatzt. Internatio-nale Konzerne wie Cargill, ADM und Bunge hatten Milliardenprojekte geplant, bevor knappe Kredite und niedrige Weltmarktpreise für Ernüchterung sorgten. Der Binnenmarkt ist allerdings groß genug, um für Investitionen interessant zu bleiben. Die zweite Generation von Biokraftstoffen dürfte neue Dynamik ent-fachen. Der Branchenverband Unica (União da Indústria de Cana-de-Açúcar) rechnet besonders in den USA, der EU und Brasilien mit einem stark steigenden Bedarf an Ethanol.
Zwar konnte Brasilien den internationalen Markt für Ethanol aus Zuckerrohr bislang nicht öffnen, den-noch hat der Biokraftstoff auf dem Binnenmarkt eine große Bedeutung erlangt. Nach Schätzungen des Industrieverbands Unica machen Zuckerrohrprodukte rund ein Viertel der Agrowirtschaft und 7,5% des Bruttoinlandsprodukts aus. Als Energiequelle belegt Zuckerrohr hinter dem Erdöl Platz zwei. Die Neuwa-gen haben fast ausschließlich Flexfuel-Motoren, die mit jeglicher Mischung aus Ethanol und Benzin funk-tionieren.
Nach Angaben von Unica planen die Unternehmen bis 2015 mindestens 140 neue Produktionsanlagen für Ethanol. Die schwierige Finanzierung und der stark gefallene Erdölpreis zwangen viele Investoren 2008 dazu, Projekte vorerst zurückzustellen. Laut Agrar-Staatssekretär Joao Sampaio sollen im Süden Brasiliens 2009 lediglich die Hälfte der 35 geplanten Ethanolfabriken in Betrieb gehen.
Der Maschinenbauverband Abimaq (Associação Brasileira de Máquinas e Equipamentos) registriert eine sinkende Nachfrage aus dem Ethanolsektor. Große Geschäftschancen sieht Brasilien in den Auslands-märkten. Dort soll die Nachfrage in Zukunft stark steigen. Das Land ist der weltweit preiswerteste Ethanolproduzent und verfügt über große ungenutzte Anbauflächen.
Ebenso wird die Bedeutung von Biodiesel in Zukunft zunehmen. Seit dem 01.01.2008 gilt für Dieselkraftstoff eine Beimischungspflicht. Der anfängliche Wert von 2% stieg am 01.07.2008 vorzeitig auf 3% und soll nach Angaben von Energieminister Edison Lobão spätestens 2010 auf 5% erhöht werden. Durch die Erhöhung auf 3% steigt der jährliche Bedarf von 840 Mio. auf rund 1,3 Mrd. l. Die derzeitige Produktionskapazität von 2,5 Mrd. l pro Jahr reicht laut Lobão jedoch auch für den gestiegenen Bedarf vollkommen aus.
Weitere Informationen:
www.bfai.de/DE/Content/__SharedDocs/Links-Einzeldokumente-Datenbanken/fachdokument.html?fIdent=MKT200812018009&source=DBNL&sourcetype=NL
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