US-Windkraftindustrie bietet deutschen Zulieferern gute Marktchancen
Die US-Windkraftindustrie dürfte die neu installierte Stromerzeugerkapazität im laufenden Jahr auf deutlich mehr als 3.000 MW vergrößern. Dies würde den Rekord des Vorjahres (2.454 MW) übertreffen. Der anhaltende Boom wird jedoch durch Engpässe in der Versorgungskette und Unsicherheiten hinsichtlich der politischen Rahmenbedingungen gebremst. So klagen die Bauträger von Windkraftwerken über Engpässe bei der Lieferung von Turbinen, was darauf schließen lässt, dass die tatsächliche Nachfrage nach Windkraft noch viel größer ist als die neu installierten Kapazitäten und geplanten Projekte glauben lassen.
Der Markt wird sich noch zusätzlich anheizen. Es gibt Anzeichen, dass die erratische Politik der US-Bundesregierung bei der Förderung erneuerbarer Energien sich in den nächsten Jahren verstetigen wird. Zwar verabschiedete das Abgeordnetenhaus kürzlich eine Gesetzesvorlage, wonach die Versorger verpflichtet wären, bis 2020 mindestens 15% ihrer Elektrizität aus Erneuerbaren Energien zu beziehen, eine Einigung mit dem Senat steht indes jedoch noch aus. Die Förderung Erneuerbarer Energien wird in Zukunft auch eine Rolle im Präsidentschaftswahlkampf spielen – auf einer Veranstaltung der AHK Chicago und der Deutschen Energie-Agentur hat der Gouverneur des Vorwahlstaates Iowa, Chet Culver, die Präsidentschaftskandidaten aufgefordert, sich dieser Herausforderung zu stellen. Personen wie er sind verantwortlich für den momentanen Boom, der auf der Förderpolitik von inzwischen 28 US-Bundesstaaten mit mittel- und langfristigen Ausbauzielen für regenerative Energien beruht.
Die Gewinner in dieser Situation sind derzeit ausländische Technologieanbieter: Der Import von windgetriebenen Stromerzeugungsaggregaten belief sich 2006 auf gut 1,2 Mrd. US$, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 145% entspricht. Im 1. Halbjahr 2007 nahm die Dynamik noch einmal zu: +198% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dabei kommen deutsche Anbieter immer besser ins US-Geschäft. Während sie 2004 und 2005 noch kaum nennenswerte Exporte in die USA verzeichneten, beliefen sich die deutschen Lieferungen 2006 auf immerhin schon 57,2 Mio. US$.
Vorreiter neuer Windkraftprojekte bleibt im 2. Quartal 2007 Texas mit 603 MW an neu installierter Kapazität. Es folgen Illinois (198 MW), Colorado (75 MW), Iowa (36 MW), New York (20) und Minnesota (3 MW). Texas verfügt nun über 3.352 MW an installierten Windkraftkapazitäten und festigte damit seine Position als führender US-Bundesstaat. Zu den "Top-5"-Bundesstaaten gehören ferner Kalifornien (2.376 MW), Iowa (967 MW), Minnesota (897 MW) und Washington (818 MW).
Weitere Informationen:
www.bfai.de/DE/Content/__SharedDocs/Links-Einzeldokumente-Datenbanken/fachdokument.html?fIdent=MKT200709078009
Informationen über neue Windkraftprojekte bietet der amerikanische Windverband AWEA auf seiner Internetseite unter
http://www.awea.org
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