Bosnisch-herzegowinischer Stromversorger plant Windparks und Wasserkraftwerke
Der bosnisch-herzegowinische Stromversorger EP HZHB (Elektroprivreda Hrvatske zajednice Herceg-Bosne) plant umfangreiche Investitionen im Bereich der Wind- und Wasserkraft. Die bisherigen Pläne sehen den Bau von drei Windparks mit einer Gesamtkapazität von zunächst 128 MW vor. Weitere Studien zielen auf die Realisierung von zusätzlichen Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von über 288 MW sowie auf den Bau neuer Wasserkraftwerke mit einer Leistung von über 152 MW ab.
Erste Machbarkeitsstudien für die Realisierung von Windparks hat das Unternehmen EP HZHB bereits 2001 durchgeführt. Geplant ist ein zweistufiger Ausbau der drei Parks mit 2 MW Anlagen. Dabei sollen in Livno zunächst 52 MW (26 Anlagen zu je 2 MW) und später weitere 26 MW (13 Anlagen zu je 2 MW) installiert werden. In Mesihovina sollen 44 MW ans Netz gebracht werden. In einem zweiten Schritt sollen dann 24 MW (12 Anlagen zu je 2 MW) zugebaut werden. In Velika Vlajna soll die Leistung der Windparks 32 MW (16 Anlagen zu je 2 MW) betragen und zu einem späteren Zeitpunkt um 24 MW erweitert werden. Für diese ersten Bauphasen geht EP HZHB von einem Investitionsvolumen von insgesamt 192 Millionen Euro aus.
Auch die Bundesrepublik Deutschland fördert den Ausbau Erneuerbarer Energie-Technologien in Bosnien-Herzegowina. Im September 2007 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Finanzmittel in Höhe von 36 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, die vor allem dem Windpark in Mesihovina zugute kommen sollen. Es ist geplant, diesen Betrag aufzustocken. Darüber hinaus ist der bosnische Stromversorger mit der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung im Gespräch. Die EP HZHB erwartet, dass alle erforderlichen Genehmigungen 2008 erteilt werden, so dass die Ausschreibungen Ende 2008 oder Anfang des kommenden Jahres erfolgen können.
Darüber hinaus plant EP HZHB auch die Errichtung kleiner Wasserkraftwerke in insgesamt vier Regionen des Landes. So sollen unter anderen fünf Anlagen im sogenannten "T-M-T-Gebiet" entstehen, welches die Flussläufe von Tihaljina, Mlade und Trebizat umfasst. Der zur Energieerzeugung nutzbare Wasserfluss schwankt dabei zwischen 12,5 Kubikmeter/Sekunde in Modro oko und 22,6 Kubikmeter/Sekunde in Stubica. Alle fünf Anlagen sollen eine Gesamtkapazität von 19,9 MW haben, die Gesamtinvestitionen beziffert EP HZHB auf 43,6 Mio. Euro. Vier weitere Wasserkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 113,65 MW sind am oberen Lauf der Cetina geplant. Hier ist der Wasserfluss, der sich zur Stromerzeugung nutzen lässt, mit einer Spanne von 1,5 Kubikmeter/Sekunde in Strzanj und 8,6 Kubikmeter/Sekunde in Vrilo geringer als im T-M-T-Areal. Die Gesamtinvestitionen an der oberen Cetina werden voraussichtlich 137,5 Mio. Euro umfassen.
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