Frankreich: Bewegung im Windmarkt
Frankreichs Erneuerbare-Energien-Markt kommt in Bewegung. Infolge der sehr dynamischen Entwicklung im Bereich der Onshore-Windenergie konnte im letzten halben Jahr eine Leistung von 2.000 Megawatt (MW) installiert werden. Zum Ende des Jahres 2009 hat sich die installierte Leistung innerhalb von drei Jahren auf 4.574 MW verdoppelt. Der aktuell größte Windpark ist Fruges (Pas-de-Calais) mit 52 Windrädern, davon 18 in Konstruktion. Dieser positive Trend könnte durch das im Juni 2010 verabschiedete neue Umweltgesetzes ("Grenelle II") gebremst werden. Das Gesetz legt zahlreiche Veränderungen fest, die die Umsetzung größerer Onshore-Windparks erschweren. So sind etwa neue Standortregelungen und ein aufwendiges Genehmigungsverfahren für die Umsetzung von Windparks festgeschrieben.
Nachdem die französische Regierung ein Entwicklungsprogramm zum Ausbau der Offshore-Windenergie aufgesetzt hat, sind im Rahmen des Programms weitere positive Effekte auf die bis dato dynamische Entwicklung im Bereich der Windenergie zu erwarten. Bisher existieren in Frankreich keine Offshore-Anlagen. Ab September 2010 will Frankreich mehrere Ausschreibungen für Offshore-Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 3.000 MW veröffentlichen. Aktuell werden geeignete Standorte für die Errichtung bestimmt, die zur Ausschreibung zugelassen werden. Eine Auswahl der Projekte durch die französische Regierung ist für das dritte Quartal 2011 vorgesehen. Über die Regierungspläne hinaus plant die Compagnie du Vent, eine Tochter von GDF Suez, zwischen Criel-sur-Mer (Seine-Maritime) und Cayeux-sur-Mer (Somme) einen Windpark mit einer Gesamtleistung von 700 MW zu errichten. Regierungsziel ist laut Umweltgesetz, den Offshore-Bereich bis zum Jahr 2020 auf 6.000 MW Leistung auszubauen und eine Gesamtwindenergiekapazität (Onshore und Offshore) von 22.000 MW zu erreichen. Mit dem Ausbau der Offshore-Windenergie bieten sich vor allem für spezialisierte Zulieferer und Hersteller aus den Bereichen Rotorblätter oder Stahlkonstruktionen für die Verankerung im Meer neue Geschäftsfelder. Unternehmen wie STX, DCNS, Arcelor, Daher, Rollix-Defontaine, Altéad, Idéa, Sogebras und Neopolia haben bereits Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet.
Weitere Informationen:
Ministère de l'Écologie,
de l'Énergie, du Développement durable et de l'Aménagement du territoire
GTAI, 2010:
"Frankreich gibt Startschuss für Offshore-Windenergie"
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