Großbritannien plant enorme Investitionen in erneuerbare Energien
Das britische
Department for Energy and Climate Change (DECC) hat kürzlich seine neue Renewables Roadmap veröffentlicht. Diese beschreibt, wie Großbritannien sein Ziel in 2020 insgesamt 15 Prozent des Endenergieverbrauchs aus Erneuerbaren zu decken erreichen will.
In der Roadmap wurden acht Technologien identifiziert, die auf der britischen Insel über das beste Potenzial verfügen, um das Ziel für 2020 auf einem effizienten und nachhaltigen Weg zu erreichen. Hierbei handelt es sich um:
- Onshore Windenergie,
- Offshore Windenergie,
- Meeresenergie,
- Strom aus Bioenergie,
- Wärme aus Bioenergie,
- Oberflächennahe Wärmepumpen,
- Luft-Luft-Wärmepumpen,
- erneuerbare Energien im Transportsektor.
Die britische Regierung geht davon aus, dass insgesamt im Jahr 2020 29 GW an Erneuerbaren in Betrieb sein werden. 90 Prozent davon sollen durch die genannten Technologien abgedeckt werden.
Im Falle von Onshore weist das Strategiepapier darauf hin, dass hier speziell eine lange Planungssicherheit für Investoren gegeben sein muss. Daher soll nach Meinung des DECC das gesamte Planungssystem reformiert werden. Dies soll mit einer Finanzierung für die Weiterentwicklung der Technik und einem Ausbau des Stromnetzes einhergehen, damit dieses den kommenden Herausforderungen gewachsen ist.
Im Bereich Offshore möchte die britische Regierung die Gestehungskosten auf 100 Britische Pfund (113,70 Euro, alle Wechselkurse mit Stand vom 21.07.2011) pro MWh bis zum Jahr 2020 senken. Sie versprach, in den nächsten vier Jahren 30 Mio. Britische Pfund (34,11 Mio. Euro) in diese Entwicklung investieren zu wollen.
Für den Ausbau der Wellen- und Gezeitenkraft plant die Regierung weitere 20 Mio. Britische Pfund (22,74 Mio. Euro) in den kommenden vier Jahren zu investieren. Hierfür sollen Testfelder durch das
National Renewable Energy Centre (Narec) zu Beginn des nächsten Jahres entstehen.
Für die Steigerung der Bioenergie wird im weiteren Verlauf des Jahres eine Bioenergiestrategie veröffentlicht. Die Regierung plant, die Attraktivität von Wärme aus Biomasse und die Einspeisung von Biomethan in das nationale Erdgasnetz durch die
Renewable Heat Incentive (RHI) und das
Renewable Heat Premium Payment (RHPP) zu verbessern. Gleiches gilt für die Steigerung der Wärmepumpentechnologien. Hier soll die RHI im Nicht-Haushalts-Bereich und die RHPP für Haushalte angewendet werden. Indessen soll der Anteil der Biokraftstoffe von gegenwärtig ca. drei Prozent auf fünf Prozent in 2014 steigen.
Nach der Veröffentlichung der neuen Roadmap gab es vorwiegend positive Reaktionen aus der Wirtschaft. So äußerte sich beispielsweise der Chef von
E.ON UK, Dr. Paul Golby, positiv über die geplanten Entwicklungen auf der Insel, ebenso der Direktor der
Combined Heat and Power Association (CHPA), Graham Meeks, und der Chef der
Manufacturers Organisation for UK Manufacturing (EEF), Terry Scuoler.
Weitere Informationen:
DECC,
UK Renewable Energy Roadmap
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