Italien: Diskussion um Umbau des Fördersystems für Strom aus erneuerbaren Energien
Bislang setzt Italien beim Ausbau der regenerativen Energien auf zwei grundlegende Fördersysteme. Im Rahmen des Conto Energia wird speziell die Photovoltaik durch eine Einspeisevergütung gefördert. Darüber hinaus besteht auch eine Einspeisevergütung für Projekte anderer Erneuerbare-Energien-Technologien mit einer Kapazität von bis zu einem MW. Die größeren Projekte im Bereich erneuerbare Energien werden bisher durch den Handel mit grünen Zertifikaten unterstützt.
Wie vor kurzem bekannt wurde plant das italienische Parlament nun die Fördermodalitäten für einzelne Technologien zu verändern. Die Vorschläge sehen unter anderem vor, das Zertifikatesystem im Falle von Anlagen kleiner als entweder fünf oder zehn MW – dies wurde noch nicht festgelegt - durch die Einführung von Einspeisevergütungen zu ersetzen. Um die Förderung marktorientierter zu gestalten, soll die Einspeisevergütung jedoch keine fixen Tarife auszahlen. Vielmehr soll bei der Ausgestaltung der Tarifhöhe neben einer Grundvergütung ein Marktpreismodell greifen.
Projekte größer entweder fünf oder zehn MW sollen zukünftig über Versteigerungen vergeben werden. Wann genau mit einer Einführungen der Änderungen gerechnet werden kann, ist derzeit noch offen. Die Vorschläge sehen vor, in der Übergangsphase ein Rücknahmesystem für grüne Zertifikate zu etablieren.
Die derzeit diskutierten Änderungsvorschläge sind auch im Kontext der bisherigen Marktentwicklung im italienischen Markt zu sehen und können als Versuch einer stärkeren Steuerung interpretiert werden.
In der jüngeren Vergangenheit hat vor allem der PV-Bereich ein starkes Marktwachstum erfahren. Beobachter gehen davon aus, dass Ende 2010 rund sieben GW an PV-Leistung installiert waren. Gemäß dem bei der EU-Kommission eingereichten National Renewable Energy Action Plan (NREAP) plant das Land insgesamt acht GW an PV-Kapazitäten bis 2020 zu erreichen. Die GSE (Gestore dei Servizi Energetici) geht derzeit von einem Zubau im PV-Bereich von über 3,7 GW in 2010 aus, wobei die tatsächliche Projektpipeline noch nicht vollständig berücksichtigt worden ist. Branchenschätzungen gehen für das vergangene Jahr von insgesamt rund 5,8 GW aus. Neben den attraktiven Förderbedingungen haben auch die Kürzungen in den Fördersystemen anderer EU-Mitgliedsstaaten zu einem verstärken Marktwachstum in Italien geführt.
Im Bereich Windenergie hatte Italien Ende 2010 rund 6,1 GW an Windkraftleistung installiert. Laut NREAP ist bis 2020 hier ein Zubau von 6,5 GW geplant. Dies würde einem jährlichen durchschnittlichen Wachstum von 7,5 Prozent für den italienischen Windmarkt entsprechen.
Weitere Informationen zur Diskussion um die
Reform der Förderung in Italien
Information der GSE zu PV-Marktenwicklung in 2010
Weitere Informationen und Angebote der Exportinitiative Erneuerbare Energien zu:
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