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22.07.09

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Länderprofil: Estland

Die Bewahrung der energiepolitischen Unabhängigkeit ist eines der übergeordneten Ziele der estnischen Regierung. Herausragende Bedeutung kommt dabei dem Ölschiefer zu, der 95% zur estnischen Stromerzeugung beiträgt und vor allem im Norden des Landes abgebaut wird. Daneben spielt die Holz- und Torfverfeuerung eine bedeutende Rolle für die estnische Energieversorgung.

Im Zuge des EU-Beitritts in 2004 verpflichtete sich die estnische Regierung zu einer Umstrukturierung des Energiesektors. Neben einem Ausbau der regenerativen Energiequellen sollen auch Maßnahmen für eine umweltverträglichere Ölschieferabbau und -verarbeitung ergriffen werden. Die mit dem EU-Beitritt einhergehende Liberalisierung des Energiesektors ist noch nicht vollständig abgeschlossen und wird noch bis in das nächste Jahrzehnt hineinreichen.

Die installierte Windkraftkapazität beträgt derzeit rund 78 MW. Gegenwärtig werden zusätzliche Projekte mit einer Gesamtkapazität von 470 MW realisiert. Weitere Windparks befinden sich in der Planungsphase.
Seit 2007 wird für Strom aus regenerativen Energiequellen ein gesonderter, fixer Tarif pro kWh gezahlt, sofern die installierte Erzeugungskapazität 100 MW nicht überschreitet. Die Stromerzeugung aus Müll-, Torf- oder Nebenprodukten der Ölschieferproduktion (Retorten-Gase) wird ebenfalls gesondert vergütet. Alternativ können Stromerzeuger eine staatliche Förderung (Bonus) in Anspruch nehmen.

Im Wärmesektor spielen die vorhandenen Holzressourcen eine große Rolle. Ein entsprechender Markt hat sich insbesondere bei der Herstellung von Holzgranulat und Holzpellets herausgebildet. Die vorhandenen landwirtschaftlichen Anbauflächen versprechen ein insgesamt hohes Potenzial für die Kultivierung von Energiepflanzen.

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