Spanische Regierung plant Kürzungen bei der Windförderung
Die spanische Regierung plant eine drastische Kürzung der Einspeisevergütung für Windstrom. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde hierzu Ende September veröffentlicht. Der Entwurf sieht eine Reduzierung des Vergütungszeitraums von derzeit 20 auf zwölf Jahre vor. Die Mindestvergütung aus Marktpreis und Bonuszahlung reduziert sich von derzeit 7,7 auf 5,5 Eurocent/kWh. Zudem soll eine Vergütung nur für die ersten 1.500 Volllaststunden im laufenden Kalenderjahr gezahlt werden. Die Bonuszahlungen können jedes Jahr angepasst werden. Der Gesetzesentwurf sieht, ähnlich wie im deutschen PV-Markt, einen atmenden Deckel vor. Ab einem Neuzubau von 1,4 GW pro Jahr wird die Höhe des Bonus demnach reduziert.
Die Windbranche kritisiert die geplanten Einschnitte und argumentiert, dass unter diesen Umständen eine langfristige Kalkulation der Einnahmen ausgeschlossen sei. Dies könnte das 2020-Ziel Spaniens von 35 GW an Windkapazitäten gefährden. Das Gesetz wird voraussichtlich vor den Parlamentswahlen am 20. November verabschiedet.
Spanien ist mit einer installierten Kapazität von 20,6 GW hinter Deutschland (27,4 GW) der zweitgrößte Windmarkt Europas. Trotz der geringeren installierten Kapazitäten produzierten spanische Windparks 2010 durch die besseren Windbedingungen mit 42,9 GWh 17,5 Prozent mehr Energie als deutsche Windparks (36,5 GWh). In Spanien konnten somit 16,2 Prozent des Stromverbrauchs durch Windstrom gedeckt werden. In Deutschland waren es 2010 nur 6,2 Prozent.
Weitere Informationen:
La Asociación Empresarial Eólica (AEE)
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