Windenergie in Frankreich: Bedeutende Ausbaupläne
Der französische Windenergiemarkt gewinnt an Fahrt: In 2007 wurden Windparks mit einer Leistung von insgesamt 888 MW ans Netz gebracht - ein Zuwachs um 57% gegenüber 2006. Anfang 2008 waren Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von 2.455 MW installiert. Im Verlauf des Jahres sollen weitere 1.300 MW hinzukommen; 2009 mindestens genauso viel. Die Regierung hat im Rahmen ihres umweltpolitischen Langzeitplans (Grenelle de l'Environnement) das Ziel von 25.000 MW bis 2020 vorgegeben. Ein solches Wachstum würde dazu führen, dass der Anteil der Erneuerbaren Energien 20% des Stromverbrauchs in Frankreich ausmachen würde.
Das Windpotenzial ist nach Großbritannien das zweitbeste in Europa. Die am besten geeignetsten Zonen sind seit Mitte 2007 vermessen und als so genannte „Zones de Développement de l'Éolien" (ZDE), für den Bau von Windparks auf Initiative und Genehmigung der lokalen Präfekturen freigestellt worden. Bisher sind Windkraftanlagen vor allem in der Region Centre (315 MW) gebaut worden; danach folgen Languedoc-Roussillon (281 MW), Bretagne (254 MW), Lorraine (208 MW) und Picardie (193 MW).
Französische Energiekonzerne engagieren sich verstärkt im Windenergiebereich. So erwarb der Energiekonzern Gaz de France (GdF) von der Nass & Wind Group die Windenergietochter Nass & Wind Technologie. GdF will zudem eine neue Tochtergesellschaft für Erneuerbare Energien namens GdF Futures Energies gründen, die N&WT mit den drei Gesellschaften Maïa Eolis, Erelia und Éoliennes de la Haute-Lys vereint. Die Übernahme bedeutet eine Aufstockung der GdF-Windenergiekapazität auf 300 MW, längerfristig will die Gruppe auf 1.800 MW ausbauen. Die Gründung der eigenen Windtochter findet einige Monate vor der angestrebten Fusion mit Suez zum neuen französischen Versorger GdF Suez statt. Suez verfügt über einen Windpark von 800 MW, davon der Großteil in Portugal. Mit der Vereinigung entstände einer der bedeutendsten Player im globalen Windenergiemarkt mit 1.100 MW. Nach den Übernahmen der Compagnie du Vent en France für 321 Mio. Euro und Ventus Energy in Kanada für 86 Mio. Euro will Suez mittelfristig auf runde 10.000 MW aufstocken. In Frankreich soll die Kapazität bis 2015 auf 2.000 MW ansteigen, GdF und Suez zusammen besäßen dann 3.800 MW.
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