Zielmarkt Tschechien: Solarenergiemarkt kommt in Schwung
Seit sich die Einspeisevergütung für Photovoltaik in Tschechien in 2006 verdoppelt hat, ist der Solarmarkt zunehmend im Aufschwung. Anfang 2008 hat die Energieregulierungsbehörde außerdem zwei neue Verordnungen verabschiedet, die die Bedingungen noch weiter verbessern. Investoren wird nun eine inflationsbezogene Erhöhung der Abnahmepreise (um 2 bis 4% in Bezug auf den Index der Industriepreise) zugesichert. Der Zeitraum der garantierten Preise wurde von 15 auf 20 Jahre erhöht.
PV-Anlagen, die nach dem 01.01.2008 in Betrieb genommen wurden, können mit einem Einspeisetarif von 0,56 Eurocent (13,460 Kc) pro kWh ohne Mehrwertsteuer oder alternativ einem grünen Bonus von 0.53 Eurocent (12,650 Kc) pro kWh auf den Handelspreis rechnen.
Neben den günstigen Förderbedingungen tragen auch steigende Strom-, Gas-, und Fernwärmepreise in Tschechien zu Investitionen in Solartechnik bei. Der Solarthermiemarkt profitiert zusätzlich von der Einführung einer Ökosteuer auf Kohle, die seit Beginn 2008 erhoben wird. Vorläufigen Angaben des Ministeriums für Industrie und Handel zufolge hat sich die Bruttostromproduktion aus Photovoltaik von 0,5 GWh (2006) auf rund 2,2 GWh (2007) mehr als vervierfacht.
Die niederländische Entwicklungsgesellschaft CTP Invest hat bereits ein Großprojekt mit einem Budget von insgesamt 200 Mio. Euro ankündigt. Damit sollen die Dächer ihrer Industrie- und Technologieparks in den nächsten zwei Jahren mit Solaranlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 60 MW ausgestattet werden. Für das Projekt kann CTP Invest auf einen Kredit der Europäischen Investitionsbank zurückgreifen.
In Südmähren plant die Energiefirma Energy 21 bis zu 140 Mio. Euro in Solarparks mit einer Nennleistung von insgesamt 30 MW zu investieren. Presseberichten zu Folge, soll auch die niederländische Gruppe Econcern vorhaben, in Südmähren Solaranlagen mit einer Leistung von insgesamt 40 MW zu installieren. Neben solchen solaren Großvorhaben planen unterschiedliche Investoren landesweit fast ein Dutzend kleinerer Photovoltaik-Anlagen.
Auch der Solarthermiebereich kommt in Bewegung. Immer mehr Schulen, Freibäder, Altersheime, Krankenhäuser und Verwaltungsgebäude planen ihr Wasser mit Solarthermie zu erwärmen. Gefördert werden derartige Projekte über das operationelle Umweltprogramm des Landes.
Um Erfahrungen mit Unternehmern der deutschen Solarbranche auszutauschen wird im Herbst 2008 eine tschechische Delegation Deutschland besuchen. Die Reise findet im Rahmen der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten bfai-Informations- und Kontaktveranstaltungen statt und wird von der AHK Tschechien organisiert.
Weitere Informationen:
www.bfai.de/DE/Content/__SharedDocs/Links-Einzeldokumente-Datenbanken/fachdokument.html?fIdent=MKT200806248014&source=DBNL&sourcetype=NL
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