Brasilien: Hohe Gaspreise fördern Ausbau von Biomasseanlagen
Steigende Erdgaspreise und ein hohes Aufkommen an fester Biomasse zur energetischen Nutzung treiben den Bau von Biomasse-Kraftwerken in Brasilien voran. Das Gesamtpotenzial zur Stromerzeugung aus fes¬ter Biomasse, das technisch verfügbar ist, wird insgesamt auf ca. 15 bis 23 GW geschätzt. Die größten Potenziale für eine nachhaltige Biomassegewinnung bieten dabei Energiewälder und Reststoffe aus der Landwirtschaft.
Besonders KWK-Anlagen erfreuen sich steigender Beliebtheit. Bei der Verbrennung von Biomasse werden in KWK-Anlagen sowohl der entstehende Dampf als auch die Wärme zur Energieerzeugung genutzt. Aktuell baut
Energias Renovaveis do Brasil (ERB) an einem Kraftwerk, das elektrische und thermische Energie für die Dow Chemical Company bereitstellen wird. In diesem Zusammenhang will ERB besonders Holzspäne und Plantagenholz als Rohmaterialien einsetzen. Zuckerrohrbagasse sowie Elefantengras (auch als Miscanthus bekannt) sollen auch zur Strom- und Wärmeerzeugung verwendet werden. Das gesamte Projektvolumen beträgt 300 Mio. Reais (136 Mio. Euro, mit Kurs vom 13.07.2011) und soll 13 MW elektrische und 100 MW thermische Leistung zur Dampferzeugung umfassen sowie 200.000 m³ Erdgas täglich einsparen. Neben dem Kraftwerksbau wird ERB Eukalyptusplantagen in der Nähe der Anlage betreiben und von dort die Ressourcen liefern.
ERB wurde 2008 mit dem Ziel der nachhaltigen Energieerzeugung aus Biomasse gegründet. Bisher sind Investitionen auf dem Binnenmarkt in Höhe von zwei Mrd. Reais (ca. 900 Mio. Euro, mit Kurs vom 13.07.2011) für KWK vorgesehen. Für die kommenden fünf Jahre ist ERB bezüglich zehn weiterer Anlagen in Verhandlungen mit möglichen Projektpartnern. Zu den künftigen Kunden von ERB sollen Industriebetriebe u.a. aus den Bereichen Textil, Nahrungsmittel und der Petrochemie gehören. Die Investition in KWK-Anlagen ist insbesondere für größere Betriebe sinnvoll, die im Produktionsprozess hohe Temperaturen bzw. Dampf benötigen. Das gesamte Potenzial zur Umrüstung von älteren Industriebetrieben, die bisher mit Erdgas oder Diesel ihre Energiebedarf decken, liegt laut ERB in Brasilien bei 7.500 MW.
Weitere Informationen:
Energias Renovaveis do Brasil (ERB),
AHK Brasilien Wochenbericht,
Petroleo Brasileiro SA (Petrobas)
Weitere Informationen und Angebote der Exportinitiative Erneuerbare Energien zu:
Brasilien,
Exporthandbuch Erneuerbare Energien Lateinamerika 2010/2011,
Bioenergie
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