Geschäftsreise: Kuba
- Datum:
- 09.02.2009 - 13.02.2009
- Ort:
- Havanna
- Technologie:
- Solarenergie
- Zielmarkt:
- Kuba
Programm:
- 09.02.09 Individuelle Gesprächstermine
- 10.02.09 Individuelle Gesprächstermine
- 11.02.09 Seminarveranstaltung
- Begrüßung und Vorträge
- Unternehmenspräsentation - 12.02.09 Individuelle Gesprächstermine
- 13.02.09 Individuelle Gesprächstermine
Für die 120.000 noch nicht an das nationale Netz angeschlossenen kubanischen Haushalte soll die Strombereitstellung über dezentrale Systeme sichergestellt werden. Derzeit versorgen etwa 8.000 Photovoltaik-Systeme mit einer Gesamtleistung von 2,5 MW insbesondere Schulen, Polikliniken und Fernsehsäle in entlegenen netzfernen Orten. Ab 2015 wird der Schwerpunkt sukzessive auf Systeme zur Einspeisung von Solarstrom ins Netz verlagert. Solarthermische Anlagen zur Warmwasserbereitung (SWH) sind vor allem auf Dächern von Hotels und Krankenhäusern im Einsatz. Aufgrund des enormen natürlichen Potenzials und der großen Nachfrage wird die Anzahl der SWH- Anlagen von 4.800 im Jahr 2007 auf mindestens 50.000 im Jahr 2020 ansteigen.
Im Rahmen eines Programms zur Gewinnung von Bioethanol aus Rückständen und Nebenprodukten der Zuckerrohrverarbeitung werden aktuell 11 der 17 Destillationsbetriebe modernisiert. Bis 2010 soll die Produktionskapazität von 180 Mio. auf 500 Mio. Liter/Jahr ausgeweitet werden. Das kubanische Bioethanol dient ausdrücklich nicht als Treibstoffzusatz, sondern soll für die pharmazeutische Industrie und zum Betreiben von Benzinkochern bereit stehen. Auf Kuba werden Zuckerrohrrückstände (Bagasse) auch zur Stromerzeugung genutzt. Gegenwärtig ist eine Kapazität von 478,5 MW installiert, die allerdings nur während der drei bis vier Erntemonate zur Verfügung steht. Sie deckt vorranging den Eigenbedarf der Zuckerindustrie und speist während dieser Zeit auch etwa 10% des erzeugten Stromes in das nationale Netz ein. Über die Installation effizienterer Anlagen und eine entsprechende Steigerung der Zuckerproduktion soll bis 2010 ein Zubau von 500 MW realisiert werden.
Das technische Windkraftpotenzial der Insel wird auf 4.500 MW geschätzt. Im Jahr 2007 waren etwas mehr als 7 MW installiert. Bis 2020 könnte die Kapazität auf 500 MW erweitert werden, sofern die notwendige Infrastruktur ausgebaut wird. Die ersten größeren Bestellungen zur Lieferung von Windkraftanlagen werden 2009 erwartet.
Offene Ausschreibungen werden auf Kuba nicht durchgeführt. Energoimport (Außenhandelsunternehmen zuständig für Energieerzeugungsanlagen) fordert vielmehr potenzielle Technologie- und Dienstleistungslieferanten direkt zu einer Angebotsabgabe auf. Umgekehrt können sich aber auch deutsche Anbieter bei Energoimport vorstellen. Das Interesse des kubanischen Außenhandelsunternehmens an einer Diversifizierung der Bezugsquellen ist groß, so dass sich eine Kontaktaufnahme empfiehlt.
MINBAS (Ministerium für Basisindustrien) schließt bei Projekten größeren Umfangs private Betreibermodelle wie BOT (build, operate, transfer) beziehungsweise BOOT (build, own, operate, transfer) nicht mehr aus. Außerdem können über den Clean-Development-Mechanism (CDM) Emissionszertifikate bezogen werden.
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